Presseschau

 Ortsblatt Leipzig Ausgabe 12/ 2015
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Leipziger Rundschau Ausgabe 2.12.2015
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Ortsblatt Leipzig Ausgabe 10/ 2015
Von offenen Fenstern und Türen und deren Bedeutung

Stötteritzer Kulturrunde ist ein Stück Heimat

Ich bin am Zielort angekommen, sehe, dass die Fenster der Wohnung offen stehen. Ebenso die Tür zum Laden. Davor steht meine Zielperson, und noch ehe ich „Buongiorno“ sagen kann, werde ich mit einem freundlichen Lachen gefragt, ob ich einen Espresso mag. Wer kann dazu schon „Nein!“ sagen. Verabredet bin ich mit der Übersetzerin Elena Ascheri-Dechering, ein fast schon Stötteritzer Urgestein. Seit 16 Jahre wohnt sie hier. Und schon sind wir mitten im Gespräch, zunächst über das kleine sächsische Dorf Graupa, aus dem ich stamme. Bisher traf ich noch keine Landsfrau und keinen Landsmann, der von diesem Ort je gehört hätte. Elena Ascheri-Dechering, eine waschechte Italienerin, hat diesen Ort schon bereist. Gerade als wir über Graupa und unsere Erlebnisse schwelgen, betritt eine Frau den Laden und kommt mit uns ins Gespräch. Die Tür ist eben offen, sie lädt ein, und die junge Frau im Laden tut dies auch. In den Schaufenstern gibt es allerlei zu sehen, derzeit viel Schnitzkunst aus dem Erzgebirge, die die junge Italienerin so mag. „Ja, die Menschen bleiben am Schaufenster stehen, freuen sich, schmunzeln und gehen weiter“, weiß sie zu berichten. Und sie bedauert, dass in Stötteritz so viele Läden leer stehen. In Stötteritz gibt es zwar vier Supermärkte, in vielen Straßen stehen jedoch Läden und Geschäfte leer. Wie schön wäre es, träumt Elena Ascheri-Dechering, wenn die Leute wieder durch Stötteritz gehen würden, an den Geschäften stehen blieben, in den Läden einkauften, man ins Gespräch käme … Mit diesem ihren Traum nimmt sie mich mit auf die Reise. Nun, einen ersten Anreiz hat sie schon geschaffen, mit den Schaufenstern ihres Ladens, der eigentlich „nur“ ihr Büro ist. Gern würde die fröhliche Frau den Laden beleben, Ideen gäbe es genug, auch gute Sachen zum Verkaufen, noch aber fehlt es ihr ein bisschen an Mut. Während wir darüber sprechen, darf ich eine handgemachte Praline aus Turin, ein Gianduiotto essen. Damit wäre ich als Kunde gewonnen, und es würden sich, bei einem derartigen Genuss,weitere finden. Dessen bin ich mir gewiss. Wenn wir schon einmal beim leckeren Nougat aus der Heimat sind, dann können wir auch über Heimat sprechen. „Ja, das ist auch gerade mein Thema. Ich habe keine Heimat, suche sie aber auch nicht“, sagt Elena Ascheri-Dechering, die zwei Staatsangehörigkeiten hat, die italienische und die belgische. Der Geruch von Jasmin würde für sie ein bisschen Heimat bedeuten und auch die Zitronen vom Baum auf dem Grundstück ihrer Eltern. Hier in Leipzig, da ist die Stötteritzer Kulturrunde so etwas wie ein Stück Heimat. Dort ist sie seit dem zweiten Treffen dabei, trifft Gleichgesinnte, Menschen, die sich auch offene Türen wünschen, kleine belebte Läden, Menschen, die sich für ein buntes Stadtteileben einsetzen. Ausstellungen, Bürgerfrühstücke, Flohmärkte, Adventsmärkte und Projekte hat die offene Runde bereits organisiert und durchgeführt. Mitstreiter/innen kann die Stötteritzer Kulturrunde durchaus noch gebrauchen. So offen wie die Tür des Nicht-Ladens, so offen ist das Gespräch mit Elena Ascheri-Dechering, mit der ich unbedingt noch über ihr Interesse an Kunst und Kultur sprechen muss. Ein Auge für das Alte habe sie, sei künstlerische nicht begabt, aber sehr interessiert. „Komisch“, stutzt sie kurz „mich interessiert besonders Papier. Wenn ich ein Papier mit einem schönen Muster entdeckt habe, dann ist es meist ein italienisches Papier.“ Dies nimmt sie dann und zieht es auf leere Dosen oder Büchsen auf, so dass aus diesen kleine, ganz bescheidene Kunstwerke, liebevolle Unikate entstehen. Könnte es sein, dass offene Fenster und offene Türen ein Hinweis darauf sind, dass die Menschen dahinter ein „offenes Herz“ haben? Wäre zur Klärung dieser Frage die lächelnde und lachende Italienerin Probantin gewesen, dann wäre der Beweis dafür erbracht. Und da schließt sich fast der Kreis, denn so offen will auch die Stötteritzer Kulturrunde sein, die bei „facebook“ und unter https://stoetteritzerkulturrunde.wordpress.com/ zu finden ist. Als ich gehe, bleibt die Tür zum Noch-Nicht-Laden von Elena Ascheri – Dechering offen. Natürlich!

Text/Foto: Michael Oertel

 

Übersetzerin Elena Ascheri-Dechering
Stoetteritz-8

 

LVZ vom 28. 8. 2015

Stötteritzer setzen ein Zeichen

Nach Brandanschlag auf künftiges Flüchtlingshaus: Initiative will sich der neuen Nachbarn annehmen

Von Matthias Puppe und Dominic Welters
Wenige Stunden nach dem Brandanschlag am frühen Morgen auf das noch unbewohnte Flüchtlingshaus in der Sommerfelder Straße 36 sind am Mittwochabend mehr als 100 Stötteritzer und Bewohner benachbarter Stadtviertel zusammengekommen, um eine aktive Willkommenskultur im Ortsteil auf die Beine zu stellen.
„Ich hatte schon vor ein paar Tagen darüber nachgedacht, ob sich Menschen aus dem Stadtteil treffen könnten, um zu überlegen, wie man die Eröffnung der Unterkunft begleiten kann“, sagte Initiator Alexander Leistner zu der Solidaritätsaktion. Nach dem Anschlag sei das Anliegen nun dringlicher denn je. „Wir wollen zeigen, dass viele Stötteritzer die neuen Bewohner willkommen heißen“, betonte Leistner.
Aufgrund des unerwartet großen Andrangs musste das Treffen vom Ateliercafé „Die Diele“ in den Garten des benachbarten „Mischhauses“ verlegt werden. Hier gaben Mitarbeiter des Kreisverbandes Leipzig-Stadt des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), die das mehrgeschossige Flüchtlingsquartier betreiben werden (die LVZ berichtete), zunächst einen Überblick über den aktuellen Zustand des Gebäudes. Durch die Schäden, die das Feuer verursachte, müsse der eigentlich für Mittwoch geplante Einzug von 55 Flüchtlingen um zwei Wochen verschoben werden, hieß es unterdessen.
In der Zwischenzeit sollen die Zerstörungen beseitigt werden. Wie Stadtsprecher Matthias Hasberg mitteilte, werden die Asylsuchenden bis dahin in anderen Leipziger Flüchtlingshäusern unterkommen. Der spätere Umzug nach Stötteritz sei aber alternativlos, findet Lokalpolitikerin Stefanie Gruner (Bündnis 90/Die Grünen). „Gerade die Unterkunft in der Sommerfelder Straße bietet mit ihrer überschaubaren Größe von 60 Plätzen und dem durchdachten Sozial- und Integrationskonzept des DRK sehr gute Voraussetzungen für eine Integration der Geflüchteten in den Stadtteil. Wir lassen nicht zu, dass dies durch den Anschlag aufs Spiel gesetzt wird“, sagte die Stadtbezirksbeirätin im Leipziger Südosten.
Bis zum endgültigen Einzug der aus ihrer Heimat Vertriebenen will die Willkommensinitiative Stötteritz verschiedene Projekte auf die Beine stellen, die den Flüchtlingen helfen sollen, sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden. In einem ersten Schritt wurden noch am Mittwochabend Plakate und Transparente gestaltet, die gestern Mittag an der Asylbewerberunterkunft angebracht werden sollten. Doch der Wachschutz verhinderte dies zunächst, bestand auf einer schriftlichen Genehmigung durch die Stadtverwaltung. Zudem sammelten die Stötteritzer bereits mehrere hundert Euro, die gemeinsamen Aktivitäten mit den Asylbewerbern dienen werden. Das nächste Treffen für interessierte und engagierte Stadtteilbewohner soll am 2. September um 20 Uhr stattfinden – wieder im Garten des „Mischhauses“ in der Breslauer Straße 37. Bereits vor einigen Wochen hatten der Bürgerverein Stötteritz und der SSV Stötteritz als größter Sportverein im Stadtteil angekündigt, bei der Integration der neuen Nachbarn helfen zu wollen.
Wie berichtet, hatte ein noch unbekannter vermummter Täter am Mittwoch gegen 1.30 Uhr ein Molotowcocktail durch ein geöffnetes Fenster in die untere Etage der Sommerfelder Straße 36 geschleudert. Weil ein Zeuge den Anschlag beobachtete, war die Feuerwehr rechtzeitig zur Stelle, um Schlimmeres zu verhindern.
Mehr zum Thema: http://www.stoetteritzer-storys.de

Treffpunkt von Künstlern aller Art

Das „Mischhaus Leipzig“ wurde 1995 als Heimstatt verschiedener Vereine gegründet. Es bietet Heimstatt: dem Jugend-, Kultur- und Medienwerkstatt e.V., dem Mischhaus e.V., dem Literatur- und Kunsthaus Leipzig mit der Galerie im Mischhaus, dem Verband deutscher Schriftsteller (VS) – Landesverband Sachsen, dem Vorsitzenden des Kulturwerks deutscher Schrifststeller in Sachsen e.V. Auch das Atelier von Professor Elmar Schenkel befindet sich im „Mischhaus“. Ziel des Projektes ist es, die Interessen der Mitglieder dieser Einrichtungen zu konsolidieren und nach außen zu vertreten. Das „Mischhaus Leipzig“ versteht sich als Anlaufstelle, Ansprechpartner, Treffpunkt und Arbeitsstätte von Künstlern und Künstlergruppen zur Realisierung von Projekten aus den Bereichen Theater, Literatur, Bildender Kunst und Musik. Im Haus befindet sich eine Galerie, in dem Literaturveranstaltungen, Lesungen und kleine Konzerte stattfinden. Im Sommer lockt das Freigelände mit Open-Air Veranstaltungen. lvz http://www.mischhaus.de
Das „Mischhaus Leipzig“ wurde 1995 als Heimstatt verschiedener Vereine gegründet. Es bietet unter anderem dem Jugend-, Kultur- und Medienwerkstatt e.V., dem Mischhaus e.V., dem Literatur- und Kunsthaus Leipzig mit der Galerie im Mischhaus, dem Verband deutscher Schriftsteller – Landesverband Sachsen und dem Vorsitzenden des Kulturwerks deutscher Schrifststeller in Sachsen e.V. ein Dach überm Kopf. „Das Mischhaus“ versteht sich als Ansprechpartner und Arbeitsstätte von Künstlern und Künstlergruppen zur Realisierung von Projekten aus den Bereichen Theater, Literatur, Bildende Kunst und Musik. Im Haus befindet sich eine Galerie, in dem Literaturveranstaltungen, Lesungen und kleine Konzerte stattfinden. Im Sommer lockt das Freigelände mit Open-Air Veranstaltungen. lvz
http://www.mischhaus.de

Vor dem künftigen Flüchtlingshaus Sommerfelder Straße 36: Mitglieder der Stötteritzer Willkommensinitiative, die am Tag nach dem Brandanschlag auf das Gebäude ein buntes Transparent entrollten. Eigentlich sollte das Banner an der Fassade befestigt werden. Doch dies verhinderte zunächst einmal der Wachdienst. Foto: Christian Modla

3.  Stötteritzer Adventsmarkt 2014

(Ortsblatt für Stötteritz, Reudnitz, Probstheida 12/ 2014)

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2. Kunstblick Stötteritz 2014

(LVZ 21.10.2014)

„Der Bedarf an Kultur ist spürbar“

Nein, kein weiteres In-Viertel – aber der zweite „Kunstblick“ illustriert, wie sich auch Stötteritz wandelt

Von Torsten Haniz

In Stötteritz macht sich seit 2012 eine Kulturrunde daran, den Stadtteil mit neuem Leben zu erfüllen. Am Sonntag lud sie zum „Kunstblick“, einem Galerierundgang in Leipzigs ruhigen Südosten. Franka Reinhart zog vor zwei Jahren aus der Dresdner Neustadt hierher und hofft, dass sie gemeinsam mit den anderen aus der Runde etwas vom dortigen Flair ins Viertel verpflanzen kann. Thomas Stephan, Inhaber des Upcycling-Geschäfts „Kaufgut“ in der Breslauer Straße 29, kann ihr nur zustimmen. „Die Alteingesessenen bemerken, dass neue Läden öffnen“, erzählt er, „sie schauen schon in die Auslagen, aber sie kommen selten in den Laden“. Zum „Kunstblick“, bei dem kleine Ateliers, Läden und Werkstätten im Viertel entstandene Werke ausstellten, sollte das anders sein. Hier wollten ortsansässige Künstler mit den Besuchern ins Gespräch kommen und vielleicht das eine oder andere Stück verkaufen. Ab 11 Uhr konnte man bei schönstem Herbstsonnenschein zwischen Ferdinand-Jost-, Weiße- und Breslauer Straße flanieren und eintreten, wo ein gelber Bilderrahmen die „Kunstblick“-Standorte markierte. Ins Mischhaus zum Beispiel, wo Elmar Schenkel und Rainer Otto Rausch ihre Arbeiten zeigten. Wo sich aber der Umbruch erleben lässt, der längst den verschlafenen Stadtteil im Südosten erreicht hat. „Unser Garten war bis vor kurzem durch eine Mauer vom Nachbargrundstück abgegrenzt“, erklärt Autor Steffen Birnbaum vom Mischhaus. Doch jetzt sind die Bagger angerückt, das Nachbarhaus wird saniert, eine Industriebrache beseitigt. „Unser sommerlicher Veranstaltungsort hat seinen Charme eingebüßt“, so Birnbaum. Dafür grenzt das schmale, aus der Zeit gefallene Mischhaus möglicherweise bald an eine moderne Wohnanlage. Die am „Kunstblick“ teilnehmenden Ateliers und Läden sind Teil der Veränderungen. Linda Monk, aus Liverpool stammende Malerin, zog aus Berlin nach Stötteritz der günstigen Mieten wegen. Deshalb und weil hier noch mehr Platz für Kreative ist als in ihrem Connewitzer Heimatkiez, entschied sich auch das Kollektiv Kreativ, seine Vintagemode im Werkstattladen in der Breslauer Straße zu verkaufen. Beim „Kunstblick“ feierten die Kleider- und Möbelbastler den ersten Geburtstag ihres Ladens mit Straßenkonzert, selbstgebackener Quiche und Sekt. Auch wenn der Galerierundgang weit entfernt ist vom hippen Trubel eines Westpaketes oder Mersefestes – die Stötteritzer Kulturrunde sieht ihr Viertel auf einem guten Weg. Maler und Kulturrundenmitglied Karl Anton empfängt die Besucher in seiner Galerie Stritz. „Der Bedarf an Kultur ist spürbar“, sagt er und hofft, dass ihre Aktivitäten Stötteritz beleben. Es muss ja nicht gleich das nächste In-Viertel werden. stoetteritzerkulturrunde.wordpress.com

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Ein Gemälde Martin Schindlers und ein gelber Rahmen: Sonst steht das Maklerbüro leer, am Sonntag gewährte es
einen „Kunstblick“ ins Stötteritzer Kulturschaffen.Foto: Torsten Haniz

 

2012: 1. Stötteritzer Adventsmarkt am 2.12. im Gutshof

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PRESSE_Hallo Leipzig_Nov.2012

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