Schneeblumen-Gedenkweg

In der Nacht des 13. April veranstaltet die Leipziger Notenspur gemeinsam mit Flügelschlag Werkbühne, Ariowitschhaus und weiteren Partnern einen ca. 8 km langen Schneeblumen-Gedenkweg von Markkleeberg / Wolfswinkel nach Stötteritz / Scheune über Dölitz und Probstheida. Anlass ist die Räumung des Zwangsarbeiterinnenlagers (Außenlager KZ Buchenwald) vor genau 70 Jahren, um die Unrechtsspuren vor den heranrückenden alliierten Truppen zu verbergen.

„Im eisigen Aprilregen wurden sie in der Nacht des 13. April 1945 vom KZ-Außenlager Wolfswinkel/ Markkleeberg aus durch die verdunkelten Straßen Leipzigs getrieben: 1500 Zwangsarbeiterinnen – jüdische Ungarinnen und französische politische Gefangene. Viele von ihnen überlebten den Marsch, der sie nach Theresienstadt bringen sollte, nicht. Für andere war es ein entbehrungsreicher Weg in ein neues Leben.
70 Jahre danach wollen wir einladen, den ersten Teil des Weges gemeinsam zu gehen, den sie in Holzschuhen ohne ausreichende Kleidung und Nahrung laufen mussten. Keine von ihnen soll unter uns vergessen sein. Wir tragen sie in dieser Nacht bei uns, ihre Namen und ihre Worte, ihre Musik und ihre Gebete, ihre Klage und ihre Hoffnung. Wir leihen ihnen unsere Füße, Gedanken und Herzen. Wir gehen den Weg mit Zeichen und Gesten der Anteilnahme und Erinnerung. Ihr Vermächtnis tragen wir weiter: allen Menschen mit offenen Herzen zu begegnen und der Feindseligkeit keinen Raum in uns zu geben.

Wir starten 19 Uhr in Markkleeberg / Wolfwinkel und gehen dann wie die Frauen in die Nacht hinein. Der Schneeblumen-Gedenkweg wird nicht den Charakter einer Demonstration tragen, sondern eher eines „Pilgerweges“: nachdenklich, friedlich, vertiefend. Es werden keine Reden gehalten, nur die Frauen kommen zu Wort mit ihren Erinnerungen, Texten, die ihnen wichtig waren und Musik, die ihnen Kraft gegeben hat, darunter die Lieder der jüdischen Festtagsliturgien. Während der Zug vorüberzieht, werden am Weg abschnittsweise die Namen aller 1500 Frauen gelesen und Melodien der Lieder gespielt, die den Frauen Hoffnung und Halt vermittelt haben. Zum Abschluss, gegen 22.30 Uhr  im Gelände der „Scheune“ in Stötteritz, drücken wir mit Symbolen – Kerzen, Steinen, Blumen – unsere Anteilnahme mit den Frauen aus und teilen die Hoffnung, dass ein Neubeginn möglich ist. Der Rabbiner der israelitischen Religionsgemeinde Leipzig, Zsolt Balla, wird singen – auch dies ein Hoffnungszeichen.“ (Dauer ca. 3,5 Stunden)

Gesucht werden noch Unterstützer bei der technischen Organisation sowie Sprecherinnen/ Sprecher und Musikerinnen/ Musiker am Gedenkweg.

Mehr Informationen einschließlich Streckenführung unter http://www.notenspur-leipzig.de/schneeblumen

Interessenbekundung und Auskunft: schneeblumen(at)notenspur-leipzig.de

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s